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Tuesday, 7. September 2010
Familienchronik der Jüngerhans PDF Drucken E-Mail

Die Chronik der Familie Jüngerhans 

Og Euan auf dem Weg zu den WikingernDie Geschichte der Jüngerhans geht zurück bis ins 7. Jahrhundert. Die äußeren Hebriden (gälisch: Na h-Innse Gall, „Die Insel der Fremden) gehörten damals zum Dalriada-Reich. Unter König Aidan Mac Gabhráin lebte der verwegener Draufänger Og Euan Deaslach, dem das Leben auf der Insel mit Schafzucht (Harris-Tweed von der Insel Harris) Krabben- und Fischfang zu langweilig war. So baute er eine Flotte auf, mit der er plündernd über die Inseln Isle of Man und die Orkneys herfiel.

Das Glück war ihm leider nicht immer hold. Er verlor im Jahre 603 bei Daegsastan gegen die Angelsachsen und 637 in der Schlacht von Mag Rath/Moyra gegen die Könige Uí Néill. Was sollte er machen? Nur die Flucht blieb ihm möglich. So packte er seine sieben Sachen in ein Schiff und segelte Richtung Nordsee mit dem Ziel, bei den Wikingern unterzukommen.

Og Euan landet in der Ems bei HarenAber zwischen Borkum und Juist kam eine Sturmflut, die das Schiff von Og Euan Deaslach in die Bucht von Emden und weiter flussaufwärts bis nach Haren abtrieb. Dort überschlug sich sein Kahn, und sein gesamtes Hab und Gut wurden an Land geschleudert.

War das nicht der Schicksalsruf seines heimischen Meergottes „Manannan“?  Der Gott „Manannan Mac Lir ist nämlich Herrscher über die Meere und Meister der Illusionen und Gaukeleien. Denn für ihn gleichen die menschlichen Emotionen dem Wasser, sie sind unberechenbar und immer in Bewegung, daher fallen die Menschen gern auf Lug und Trug herein.

Und das war göttliche Vorsehung: Euan soll hier in Haren den Emsländern Glück bringen, Eaun soll die Emsländer von Lug und Trug befreien mit einem Schmiedehandwerk, dessen Fähigkeiten ihm von Goibniu, dem Gott der Schmiedekunst, gegeben war.


Uns so ist es geschehen. Euan og Deaslach - Hans der junge Glücksbringer  (Euan=Hans, og=jung,  Deaslach=Glücksbringer) gründet 641 n.Chr. eine Werkstatt in Haren, in der die ersten Brillen geschmiedet werden.  Anfangs war die Technik der Brillen noch nicht ausgereift, sie rutschten den Bauern ständig von der Nase und fielen zu Boden. Aber Euan war clever und bot als Lösung an: tikk de brill man wedder op (Plattdeutsch: heb die brille wieder auf) – und so wurde er im Ort bekannt als der führende „Op-tikker“.

Die Fertigungs-Technik der Brillen wurde im Laufe der Jahrhunderte weiter verfeinert. Heute fällt keine Brille mehr runter, aber der Name „Optiker“ ist trotzdem geblieben. Seinen Namen Eaun hat er ins Hochdeutsche übersetzt:  „Jüngerhans“ - aus gälisch Euan=Hans und og=jung.  Das „Deaslach“ im Namen (gälisch für Glücksbringer) braucht er nicht mehr als Namenszusatz, denn das wissen alle Emsländer und das danken sie ihm auch:

durch die tollen Brillen von Jüngerhans
sehen die Emsländer heute wieder klar und
fallen seitdem nie  mehr auf Lug und Trug herein.

 

Optik Jüngerhans 1908
Optik Jüngerhans 1908
 

Das Geschäft florierte, neben der Optik wurde auch die "Schmiedkunst" auf ein Uhrenfachgeschäft ausgeweitet, und  schließlich konnten die Jüngerhans im Jahre 1908 das erste Hochhaus in Haren bauen und sind seitdem mit dem  Optik-Service nicht mehr aus  Haren wegzudenken. Hier die Inhaber der ersten Generation und der letzten Generationen:

  • Euan og Deaslach
  • Joan Gerhard Jüngerhans
  • Rudolph Jüngerhans
  • Johannes Jüngerhans
  • Franz Jüngerhans
  • Heinz Jüngerhans
  • Karl Jüngerhans